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Vom Hörsaal in die Existenzgründung: Drei Studenten entwickeln kompostierbares Longboard

Hochschulübergreifendes Trio erhält Förderung des Ministeriums, um Produkt weiterentwickeln zu können













Wer annimmt, dass sich die Studenten, die eine Existenzgründung planen und bereits im Vorfeld professionell von „Produkthaftung“, „Logoschutz“ und „Energiebilanz“ fachsimplen, in edlem Anzug mit diskretem Zukunftsblick auf die Geschäftsetage bewegen, irrt sich bei den drei jungen Existenzgründern der „Bastlboards Sidewalk Surfing Company“ gewaltig: Sebastian Mühlbauer (Absolvent des Studienganges Europäische Ethnologie an der Universität Würzburg), Andreas Gränz (Absolvent des Studienganges Kunststoff- und Elastomertechnik an der FHWS) und Matthias Göttlicher (Betriebswirtschaftsstudent an der Hochschule München) kommen in lockerem Sport-Outfit mit so genannten Longboards zum Besprechungstermin in die Hochschule.

Mit Unterstützung und Beratung durch Rosalinde Baunach, Projektmanagerin des „Gründungsservice’ Wissenschaft Mainfranken“ an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, konnte das Trio die zwölfköpfige Jury in München von ihrem Konzept und Geschäftsmodell überzeugen und erhält nun ein Förderstipendium zunächst über einen Zeitraum von einem Jahr. Die Existenzgründer werden angestellt an der FHWS und bekommen durch diese finanzielle Absicherung die Möglichkeit, das Longboard nicht nur einer kleinen, sportbegeisterten Szene zu verkaufen, sondern vor allem auch, um wissenschaftliche Untersuchungen und Weiterentwicklungen vorzunehmen.

Das Trio hat sein Longboard (ein langes Skateboard mit Maßen zwischen 90 und 150 Zentimetern sowie einem größeren Achsabstand und Rädern aus weicherem Material) entwickelt, das nicht nur durch eine individuelle Optik besticht, sondern vor allem — und das ist neu — voll kompostierbar ist. Durch den Einsatz von Bioharz und Naturfasern an Stelle von glas- oder kohlefaserverstärktem Epoxidharz wollen sie einsteigen in den so genannten Ecofriendly-Produktmarkt. Um die Boards vollständig ökologisch abbaubar zu konstruieren, ist es nicht nur notwendig, aus biologischen Grundsubstanzen einen Stoff herzustellen, der recyclingfähig ist; darüber hinaus ist es aus Sicht der drei Jungwissenschaftler auch entscheidend, die gesamte Energiebilanz der einzelnen Prozesse zu betrachten.

Neben der Herstellung muss auch die Vermarktung des Produktes stimmen: Angesprochen, so Sebastian Mühlbauer, ist eine kleine, begeisterte Szene der 20+-Generation, die Spaß daran hat, sich nicht nur auf Schnee und Wasser sondern auch auf dem Asphalt seitwärts fort zu bewegen. Unerlässlich sei neben dem Angebot an Longboards auch Zusatz-Produkte wie T-Shirts und Zubehör mit eigenem Design. Zusätzlich zur Kreativität und zum Engagement ist hier vor allem ein gut kalkuliertes, langfristiges Marketing gefragt. Sebastian Mühlbauer hat fünf Jahre in einem Snowboard-Geschäft gearbeitet, ist ausgebildeter Snowboard-Lehrer und tief in der Boarder-Community verankert; er ist von seinem Konzept überzeugt und hat daher privat in die gemeinsame Unternehmung vorfinanziert. Unterstützt hat ihn hierbei sein Vater, ein Unternehmer, der den jungen Existenzgründern mit Rat und Tat zur Seite steht.

(Weitere Informationen unter
> www.bastlboards.com.)



Dieses Projekt ist das dritte der FHWS, das ein Förderstipendium erhalten hat (zwei Projekte über EXIST, ein weiteres über FLÜGGE). Ziel der Förderprogramme EXIST und FLÜGGE ist es, Unternehmensgründungen aus der Hochschule in der Startphase zu unterstützen. Den Gründern wird für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren eine Beschäftigung als wissenschaftliche Mitarbeiter im Umfang einer halben Stelle an ihrer Hochschule angeboten, die eine fundierte, längerfristige Projektausrichtung ermöglicht.

Weitere Infos unter:
> www.fluegge-bayern.de
> www.exist.de



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